17.07.2018
Frauen & Politik in Ismaning

Am Dienstagabend begrüßte Dr. Ilse Ertl, Stellv. Vorsitzende der Landesvereinigung FREIE WÄHLER Bayern, ihre Gäste zum Thema Frauen & Politik in der Hainhalle in Ismaning. Rund 40 Gäste waren gekommen, um der Podiumsdiskussion zu folgen, die sich rund um die Errungenschaften des 100-jährigen Frauenwahlrechts drehte. Als Mitveranstalterin diskutierten wir mit Polit-Newcomerin Kerstin Haimerl-Kunze, Romanautorin und Managerin Stephanie Machoi, der Altmühltaler Lammkönigin Jana Müller und meinem Fraktionskollegen Nikolaus Kraus MdL darüber, wie mehr Frauen für die Politik und die Führungsetagen dieser Welt gewonnen werden können.

Vor der Diskussion gab es noch ein paar alarmierende Zahlen von mir: Weniger als 30% der Bayerischen Landtagsabgeordneten sind weiblich. Auf kommunaler Ebene sinkt die Zahl der weiblichen Mandatsträger sogar auf unter 20%. Grund genug die Kolleginnen in ihren politischen Ämtern zu bestärken und zu einer stärkeren Solidarisierung und gegenseitigen Unterstützung aufzurufen. Deshalb gründeten wir vergangenen Freitag auch die Arbeitsgemeinschaft „FREIE WÄHLER – DIE FRAUEN“ auf Landesebene.

Gleich die Einleitung der Diskussion war polarisierend: Moderatorin Dr. Ertl fasste für ihre Gäste Machois Roman zusammen, in dem die Männer großteils abgeschafft wurden, die Frauen regieren, eine Kinderbetreuung rund um die Uhr praktiziert wird und die einzigen Männer weibliche Gehirne bekommen haben. „Um auf die Missstände hinzuweisen ist eine überspitzte Darstellung vonnöten“, so die Autorin, deren Roman demnächst auch als Theaterstück uraufgeführt wird. Ihr Impuls hierfür war die stereotypische Mutterrolle, in die sie – obwohl studiert und beruflich sehr erfolgreich – von ihrem Umfeld gedrängt wurde, als sie mit Ende 20 ihr erstes Kind bekam.

Auch Haimerl-Kunze bestätigt die Erfahrung und klagte über mangelnde Unterstützung in der Kinderbetreuung, die ihr lange Zeit keine richtige Wahl zwischen Familie und Beruf ließ. „Die Kosten für die Kinderbetreuung sind so hoch und die Zeiten dennoch unflexibel, sodass man von der Arbeit, zur Kita hetzen muss, um den Zeitplan genau einzuhalten. Zusätzlich buchbare Betreuungszeiten kosten wieder Geld, weshalb mehr gearbeitet werden muss. Ein Teufelskreis. Da bleibt schon gar kein Platz für ein politisches Ehrenamt.“

Mit der Forderung nach einer kostenlosen Kinderbetreuung treffen wir FREIEN WÄHLER einen wunden Punkt. Frühkindliche Erziehung ist Bildung und Bildung ist Aufgabe des Staates. Kein Mensch fragt wieso die Schulen kostenfrei sind, aber für Kitas muss bezahlt werden. Das ist meiner Auffassung nach ein höchst unlogischer Sachverhalt. Es gibt Studien, die belegen, dass Kinder, die die Kita besuchen, einen deutlich größeren Wortschatz aufweisen als ihre Altersgenossen, die zu Hause betreut werden.

Auch die Altmühltaler Lammkönigin möchte sich schon mit ihren 19 Jahren für mehr Geschlechtergerechtigkeit einsetzen und nutzt gerne jede Möglichkeit dazu. Für sie käme es nie in Frage, als Hausfrau und Mutter auf eine Karriere zu verzichten. Die Studentin bedaure aber, dass ihr selbst durch ihr Amt nicht viele Möglichkeiten gegeben werden sich zu äußern. „Oft werden wir Königinnen nur als Dekoration eingeladen.“, glaubt die Studentin aus Hitzhofen.