14.07.2020
Gespräch mit Jürgen Böhm vom BRLV (Bayerischer Realschullehrerverband)

Wie geht es im kommenden Schuljahr an Bayerns Realschulen weiter? Darüber sprach ich diese Woche mit Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands. Das Ziel ist ganz klar eine Wiederaufnahme des vollständigen Präsenzunterrichts am dem 8. September. Wir sind uns einig: Dass die Sommerferien nicht gekürzt oder gestrichen werden, sondern stattdessen zusätzliche Ferienangebote aufgelegt werden, ist positiv. Zudem wird der Wahlunterricht nach den Sommerferien umgewidmet: Mit individueller Förderung sollen Lernlücken geschlossen werden. Die Schulen brauchen klare Regeln für Risikogruppen. Zudem muss das Schulforum bei notwendigen Entscheidungen stärker in den Fokus rücken – mit demokratischer Einbeziehung der Eltern, Schülerinnen und Schüler. Die Digitalisierung soll gestärkt und ausgebaut werden, denn sie kann künftig auch im Präsenzunterricht eine wichtigere Rolle spielen. Konkret geht es beispielsweise um die Verlängerung von MS Teams als Ergänzung zu mebis, denn damit werden verschiedene Kommunikationswege innerhalb des Klassenverbands, zu und zwischen den Lehrkräften bis hin zu digitalen Sprechstunden für Eltern ermöglicht. Das Beziehungsgefüge Lehrer-Schüler-Eltern vorrangig durch die persönliche Beziehung zu gestalten, soll und muss auch in Zukunft Ziel sein. Digitale Kommunikationsmittel können aber – in umsichtiger Weise eingesetzt – nützliche Hilfsmittel sein und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten des Lernens und der Kooperation. Der BRLV forderte außerdem die Sicherung der personellen Ausstattung an Realschulen sowie die Stärkung der integrierten Lehrerreserven zur individuellen Förderung. Ich setze mich als stellvertretende Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag gerne weiterhin für eine fortlaufende Stärkung unserer Realschulen ein. Denn der Realschulabschluss ist und bleibt ein Qualitätssiegel.