12.11.2020
Neuerungen an Bayerns Schulen

Konfessionsübergreifender Religionsunterricht an bayerischen Schulen? Was bislang als völlig unmöglich erschien, kann nun doch Realität werden. Ich bin sehr erleichtert darüber, dass die evangelische und katholische Kirche in Bayern einen Konsens für gemeinsamen Unterricht gefunden haben: „temporär kooperativer Religionsunterricht“ – explizit nur zeitlich begrenzt. Dadurch können Vermischungen von Klassen vermieden und das Infektionsrisiko gesenkt werden. Den Vorschlag, das Gespräch mit den Kirchen zu suchen und Möglichkeiten des Religionsunterrichts im Klassenverbund zu erörtert, hatte ich bereits im Frühjahr unserem Kultusminister Michael Piazolo unterbreitet. Für die Ausgestaltung des gemeinsamen Religionsunterrichts gibt es verschiedene Modelle, die die Schulen je nach den individuellen Rahmenbedingungen einsetzen können. Betont werden muss aber auch, dass dies ein Angebot an die Schulen ist, kein Muss. Immer vorausgesetzt, dass die Eltern dem gewählten Modell zustimmen. Ich möchte an dieser Stelle an die ganze Schulfamilie appellieren, sich mit Mut und Zuversicht auf etwas Neues einzulassen und dem konfessionsübergreifenden Religionsunterricht dort, wo es nötig und sinnvoll ist, eine Chance zu geben. Denn dies dient nicht nur dem Schutz der Gesundheit, sondern eröffnet zudem neue Wege und Horizonte

Um Engpässen durch die Corona-Pandemie vorzubeugen, stellt Bayern für das laufende Schuljahr 2020/21 zusätzlich 20 Millionen Euro aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie für Aushilfslehrkräfte und sogenannte Schulassistenzen für Aufgaben außerhalb des Unterrichts bereit. Dies hat der Ministerrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Ich begrüße diese Entscheidung, denn die Schulen sind tagtäglich mit großen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere dann, wenn kurzfristig Lehrkräfte und Angestellte durch Erkrankungen oder Quarantäne ausfallen. Die bayerische Staatsregierung will den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechterhalten, um den Schülerinnen und Schülern in der Klassengemeinschaft ein gutes Lernumfeld zu bieten, aber auch die Familien nicht zusätzlich zu belasten. Auch ich als stellvertretende Vorsitzende im Bildungsausschuss des Landtages unterstreiche dieses Ziel. Als ehemalige Realschulrektorin weiß ich, wie wichtig es ist, flexibel auf Personalengpässe reagieren zu können: Die Personalmittel werden je nach Erfordernis vor Ort flexibel für entsprechende Beschäftigungsverhältnisse bereitgestellt.