07.08.2020
Unterwegs mit dem Wanderwegewart

65 Kilometer Wanderwege rund um den Markt Dollnstein im Altmühltal pflegt Hans Regler als Wanderwegewart in seiner Freizeit. Ich durfte ihn nun bei seiner Arbeit begleiten und bekam interessante Einblicke in seine Tätigkeiten. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie hat das Wandern in Bayern einen atemberaubenden Aufschwung erlebt und ist die Pflege der Wege wichtiger denn je.

Regler ist seit zehn Jahren ehrenamtlich für den Tourismusverein tätig. Nach seiner Pensionierung ist er mehr in der Heimat gewandert und hat dabei Schwachstellen an den Wanderwegen festgestellt. Dies hat er dem örtlichen Tourismusverein mitgeteilt, der zeitgleich einen Wegewart gesucht hatte und das Interesse und Unterstützungsangebot gern annahm. Zu Reglers Aufgaben zählen neben der Pflege der Wanderwege mit Freischneiden von Gebüsch und Bewuchs auch das Ausbessern und Erneuern der Beschilderung sowie die Bestandserhebung für Zertifizierungen. Dafür hat er sogar spezielle Lehrgänge besucht. Ich finde: Eine gute Beschilderung ist das A und O. So durfte ich dann auch gleich selbst Hand anlegen und unter fachmännischer Anleitung von Regler ein Hinweisschild anbringen, mit speziellen Nägeln und Abstandhaltern, um den Baum nicht zu beschädigen. Im Zuge der Digitalisierung kümmert sich der Wegewart außerdem um die Datenaufbereitung für die Homepage und die GPS-Registrierung der Wanderwege. Für seinen viele Arbeitsstunden umfassenden Einsatz, etwa zwei Kontrollgänge im Jahr pro Wanderweg, erhält der 68-jährige an Weihnachten einen Dankesgutschein – aber eine Bezahlung ist für Regler nicht ausschlaggebend. Betont werden muss an dieser Stelle, dass dieses Engagement auch im Interesse der Kommunen ist, die auf ehrenamtlich Tätige angewiesen sind: Die viele Arbeit auf den rund 43.000 Kilometern Wanderwege in Bayern könnte aus öffentlicher Hand niemals bezahlt werden. Doch damit nicht genug: Hans Regler bringt immer wieder auch neue Ideen ein und setzt diese um. Sein jüngstes Projekt ist der „Weg der Gedanken“, der auf 2,5 Kilometern Länge mit Sprüchen, Weisheiten und immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf das Altmühltal zur Entschleunigung anregt. Ich bin begeistert - hier komme ich sicherlich mit meinem Mann nochmal her! Die wunderbaren Wanderwege in unserer Region wären nicht so gut, wie sie sind, wenn wir die Ehrenamtlichen nicht hätten. Auch hier kommt dem freiwilligen Engagement eine besondere Bedeutung zu, denn davon profitieren nicht nur die Besucher, sondern auch die Einheimischen. Ich danke, auch in meiner Funktion als Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Hans Regler für sein großartiges Engagement. Ein kurzer Film über die gemeinsame Wanderung ist am 25. August im „Studio Altmühl“ bei TV Ingolstadt zu sehen.