30.06.2022
Ehrenamt im Sportverein

PRESSEMITTEILUNG

Ehrenamtsbeauftragte Eva Gottstein im Gespräch mit Matthias Rentzsch vom FC Hitzhofen-Oberzell

„30 Trainer im Einsatz, keine Einbußen durch Corona – bei uns läufts echt top.“ Matthias Rentzsch,
Vorsitzender des FC Hitzhofen-Oberzell, ist zufrieden mit Spielbetrieb und Vereinsleben seines
Vereins. Und doch gibt es etliche Probleme, mit denen Vorstände von Sportvereinen aus seiner
Sicht zu kämpfen haben. Über eine Reportage im Bayerischen Rundfunk wurde Rentzsch auf die
Tätigkeit der Ehrenamtsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, MdL Eva Gottstein aus
Eichstätt, aufmerksam und vereinbarte kurzerhand einen Gesprächstermin. „Unser Verein hat 973
Mitglieder, davon 270 Kinder“, erläuterte Rentzsch, der seit 20 Jahren – parallel zum Beruf –
ehrenamtlicher Vorsitzender ist und noch lange nicht ans Aufhören denkt. Einen Nachfolger zu
finden sei ohnehin schwierig. Er schilderte Gottstein einige Beispiele aus der Praxis, insbesondere
aus den Bereichen Baurecht, Förderungen und Steuerangelegenheiten, bei denen aus seiner Sicht
Optimierungsbedarf besteht, um den Ehrenamtlichen die Arbeit nicht unnötig zu erschweren. „Wir
reiben uns oft an Sachfragen auf“, so Rentzsch, der sich einen Ansprechpartner auf lokaler oder
regionaler Ebene speziell für alle Vereinsfragen vorstellen könnte, um professionelle Begleitung auf
dem Weg durch den Behördendschungel zu erhalten. „Denen, die operativ arbeiten, muss der
Rücken freigehalten werden. Jugendtrainer beispielsweise brauchen keine zusätzlichen
administrativen Belastungen“, betonte der Vorsitzende. Der FC Hitzhofen-Oberzell sei daher einen
besonderen Weg gegangen: „Wir haben einen Jugendförderverein, der ausschließlich fürs
Finanzielle zuständig ist. Außerdem gibt es Kümmerer, die sich um Ausrüstung und Förderanträge
des Jugendfußballs kümmern.“ 80 Prozent der Zeit, die diese Kümmerer aufwenden, gingen für
Bürokratie drauf. Der Verein habe erkannt: „Jetzt ist die entscheidende Zeit für uns, um die Basis
für die Zukunft zu legen.“ Daher werde ein Generalstrukturplan mit Themen wie energetische
Sanierungen, Wasserverwendung, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit erarbeitet, „um die Weichen
für die nächsten 50 Jahre zu stellen“. So sei beispielsweise die Bewässerung von Sportplätzen mit
Trinkwasser generell nicht mehr zukunftsfähig, ist Rentzsch überzeugt. Dem konnte die
Ehrenamtsbeauftragte vollkommen zustimmen: „Die Vorstandschaft zeigt Weitblick zum Wohle des
Vereins.“ Sie versprach, das Thema Nachhaltigkeit und damit verbundene Fördermöglichkeiten
speziell für Sportvereine im Rahmen ihrer politischen Arbeit aufzunehmen.