01.10.2020
Landtagsabgeordnete Eva Gottstein im Gespräch mit Eichstätts Oberbürgermeister Josef Grienberger

PRESSEMITTEILUNG

"Ehrenamt darf nicht verlorengehen"

(Eichstätt) „Wir müssen aufpassen, dass gerade jetzt das Ehrenamt nicht verloren geht.“ Das konstatierte Eichstätts Oberbürgermeister Josef Grienberger (CSU) im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Eva Gottstein (FW), die sich als Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung besonders für die Belange der freiwillig Engagierten einsetzt. Gottstein stattet derzeit nahezu allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in ihrem Heimatlandkreis Eichstätt einen Besuch ab, teilweise zum gegenseitigen Kennenlernen, aber auch um Signale aus der Kommunalpolitik aufzunehmen.

Grienberger ist selbst im Ehrenamt aktiv und weiß aus eigener Erfahrung um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf diesen Bereich. Auch das Alte Stadttheater „Asthe“ als zentrales Haus für Kultur, Kino, Tagung, Feiern und Feste in der Stadt Eichstätt leidet darunter. Grienberger will diese Herausforderungen proaktiv angehen, indem versucht wird, mit unbürokratischer Hilfe durch die Verwaltung Kulturschaffende und Ehrenamtliche zu unterstützen und zu beraten, aber auch das Haus für sonst untypische oder nicht finanzierbare Nutzungen zu öffnen und bereit zu stellen. „Im ehrenamtlichen Bereich spürt man, dass die Menschen brennen, etwas machen wollen, aber derzeit enorm ausgebremst werden“, so der Oberbürgermeister. „Die Ehrenamtlichen wissen nicht, was man machen darf, was man machen kann, wer verantwortlich ist.“ Gottstein bestätigte diese Einschätzung: „Wir haben uns als Fraktion im Landtag eingebracht für die Öffnung des Sports, auch als Resolution in unserer Herbstklausur. Und momentan ist das Ehrenamt dran.“ Problematisch sei dabei jedoch, dass bürgerschaftliches Engagement an sich nicht definiert ist. „Ich habe mein Augenmerk ganz stark darauf, dass das Ehrenamt mehr in den Fokus rückt. Wir müssen noch mehr für das unorganisierte Ehrenamt, zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe, tun.“ In einigen Gemeinden und Landkreisen gebe es Koordinatoren fürs Ehrenamt, diese seien aber sehr unterschiedlich strukturiert. Zudem kämpften viele Vereine mit Nachwuchssorgen. „Gemeinden, die eine Anlaufstelle für ehrenamtlich engagierte Menschen schaffen, sind gut beraten“, so die Abgeordnete. Grienberger bestätigte, dass freiwilliges Engagement meist neben dem Hauptberuf ausgeübt werde, und ist überzeugt: „Vereinigungen müssen sich künftig kooperativer aufstellen, mehr auf Kommunikation und Dialog untereinander setzen, aber auch auf gemeinsame Angebote.“