01.07.2021
Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Kinderdorfs

PRESSEMITTEILUNG

Landtagsabgeordnete Eva Gottstein informiert sich über die geplanten Maßnahmen  

„Egal, wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun.“ Dieser Spruch hängt an der Wand im Speisesaal des Kinderdorfes Marienstein in Eichstätt und trifft wohl auch auf die geplante Generalsanierung der von der Caritas betriebenen Einrichtung zu. Die Eichstätter Landtagsabgeordnete Eva Gottstein (FREIE WÄHLER) informierte sich nun in einem Gespräch mit Caritas-Vertretern und der Leitung des Kinderdorfs über die anstehenden Maßnahmen. Trotz laufender Instandhaltung sind die seit 1976 bestehenden Gebäude in die Jahre gekommen und müssen an aktuelle Brandschutzvorschriften sowie Barrierefreiheit angepasst werden. „Auch die Haustechnik muss erneuert und modernisiert werden“, erklärte Verwaltungsleiter Florian Fischer, „außerdem ist der Raumbedarf deutlich gestiegen“. Man rechne mit einer rund zehnjährigen Bauzeit, so Fischer, denn die Sanierung müsse im laufenden Betrieb stattfinden. Ein weiter Weg also, aber der erste Schritt ist getan: In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Szenarien beleuchtet und abgewogen – mit dem Ergebnis, dass die Sanierungsmaßnahmen für alle Gebäude außer dem Schulbereich nach derzeitigem Stand ein Gesamtvolumen von rund 35 Millionen Euro erreichen werden. „Das Bauvorhaben ist das größte Projekt in unserem Verband“, berichtete Andreas Steppberger, stellvertretender Direktor der Caritas Eichstätt. „Wir können es nicht aus eigenen Mitteln stemmen, sondern benötigen finanzielle Unterstützung, denn das Kinderdorf liegt uns sehr am Herzen.“ Caritasdirektor Alfred Frank ergänzte, der zusätzliche Raumbedarf im Bereich der Schule, für die eine eigene Machbarkeitsstudie erstellt wird, sei inzwischen von der Regierung von Oberbayern als Kostenträger anerkannt worden, es sei allerdings nicht auszuschließen, dass auch hier ein Eigenanteil von der Caritas zu tragen sei.

Im Kinderdorf und den angegliederten Außengruppen würden derzeit rund 110 Kinder heil- und intensivpädagogisch betreut, damit sei das Kinderdorf vollständig belegt, aber der Bedarf steige, erläuterte Einrichtungsleiterin Brigitte Radeljic-Jakic. „Wir haben sehr viele Anfragen zur Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in unserer Einrichtung. Die ursächlichen Probleme in den Familien werden immer vielschichtiger. Gründe für eine Unterbringung im Caritas-Kinderdorf Marienstein können beispielsweise Depressionen, schulische Probleme oder Störungen im Sozialverhalten sein.“ Bayernweit einmalig: Die Kombination aus einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung und einem direkt angeschlossenen Förderzentrum für soziale und emotionale Entwicklung. „Ich kann Sie nur alle zu dieser Tatkraft beglückwünschen, Sie haben gute Vorarbeit geleistet“, bedankte sich Eva Gottstein für die vielen Informationen und versprach, sich für eine Unterstützung des Projekts einzusetzen. „Es muss eine Lösung gefunden werden, denn das Kinderdorf unterstützt und begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem oftmals nicht einfachen Weg ins Leben und leistet damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.“